Montag, 26. Mai 2025

Warum Venedig plötzlich leiser wirkt

Mir fällt auf: Die Stadt ist stiller als sonst. Weniger Gedränge, weniger Stimmengewirr, mehr Raum zum Atmen, z.B. keine Menschenschlage vor dem Dogen-Palast.

  1. Weniger Besucher aus den USA
    Amerikanische TouristInnen, sonst in großer Zahl vertreten, bleiben derzeit vermehrt aus. Gründe gibt es viele – vom schwankenden Dollarkurs bis zu veränderten Reisegewohnheiten und der Entscheidungsfreudigkeit des Präsidenten.

  2. Airbnb wird teurer und seltener
    Venedig greift durch: Höhere Steuern und strengere Auflagen für Ferienwohnungen machen viele Angebote unrentabel. Das führt zu weniger günstigen Übernachtungsmöglichkeiten – und damit auch zu weniger spontanen Städtereisen.

  3. Die neue Tagesgebühr zeigt Wirkung
    Seit kurzem testet die Stadt eine Eintrittsgebühr für Tagesgäste. Sie gilt zwar nur an bestimmten Tagen, aber ihre Wirkung ist deutlich. Venedig signalisiert: Wir brauchen nicht mehr Masse, sondern Maß.

Und das Fazit?
Venedig beginnt sich zu verändern – langsam, tastend, aber spürbar. Die Maßnahmen wirken wie ein leiser Filter. Was bleibt, sind Reisende, die wirklich da sein wollen. Für Menschen wie mich, die regelmäßig kommen und bleiben, ist das ein Geschenk. Die Stadt zeigt sich von einer stilleren, vielleicht sogar ehrlicheren Seite.
Bin gespannt, ... ich komme oft und werde weiter beobachten.

Spaziergang zum Arsenale und auf den Spuren von Brunetti

Venedig ist voller Geschichten – und manchmal flüstern sie einem genau das zu, was man gerade braucht. Diesmal wohne ich direkt bei der Chiesa dei Santi Gervasio e Protasio, in einer kleinen, feinen Wohnung mit Gabi und Otto, wie aus der Zeit gefallen. Aus dem Wohnzimmerfenster sehe ich die schlichte Fassade der Kirche – sie ist meine Nachbarin und heute mein Start in diesen Tagen.



Mein Weg beginnt also gleich vor der Tür – in der Chiesa dei Santi Gervasio e Protasio. Ein Ort der Andacht, fast vergessen und gerade deshalb tröstlich. Dann weiter zur Chiesa di Santo Stefano, wo Licht durch hohe Fenster fällt und alles leichter wirkt.



Schmale Wege, fast Umwege, mit großer Wirkung: der Palazzo Contarini del Bovolo, dessen kunstvolle Wendeltreppe wie eine Spirale der Gedanken wirkt – hinauf, hinauf, dem Himmel entgegen.







Ein besonderer Moment war das Wiedersehen mit der lieben Fiona – für mich nicht nur die beste Stadtführerin Venedigs sondern auch Freundin. Mit ihr wurde mein Spaziergang zu einem Streifzug durch Donna Leones Welt. Wir folgten Brunettis Spuren, hörten das Wasser murmeln und die Stadt erzählen. Der krönende Abschluss: ein Besuch auf der Terrasse von Commissario Brunetti – hoch über den Dächern, mit Blick auf das Herz dieser Stadt. Gabi glaubt sie ist im siebten Himmel angekommen. Wenn Gabi glücklich ist, bin ich auch glücklich. Danke Fiona, es war ein toller Nachmittag und ein wunderbares Erlebnis.






Heimreise mit schwerem Herzen

Auch wenn ich nur ungern abreise – Venedig lässt mich nie leicht los – zieht es mich jetzt nach Hause. Meine Mutti will ich sehen und drück...