Mittwoch, 28. Mai 2025

Markuskirche und Ideen, Länder, Räume – Biennale in den Giardin

Der Morgen begann fast unwirklich: nach dem Frühstück studiere ich ein Fotobuch über Venedig und überrede meine kleine Reisegruppe die Markuskirche zu besuchen. Dieses Buch hat mir Lust dazu gemacht. Keine Warteschlange vor der Markuskirche. Kein Gedränge, kein Schieben – einfach hineingehen, still verweilen, staunen. Goldene Mosaike, die in aller Ruhe auf mich herabschauten. Venedig zeigt sich in diesen Tagen ungewohnt ruhig – und schenkt seinen Besucher:innen Momente, die man sonst kaum erlebt.









Nach dem Arsenale: ein weiterer Tag voller Eindrücke – diesmal in den Giardini. Eine Reise um die Welt, Pavillon für Pavillon.

Der spanische Beitrag war schlichtweg hervorragend – klug kuratiert, ästhetisch klar und zugleich überraschend emotional. Waagen zeigten in der einen Schale das Material und der anderen das gebaute Projekt.





Im österreichischen Pavillon schlug mein Herz ein wenig schneller: "More affordable homes for all" – mehr leistbare Wohnungen für alle. So einfach, so wichtig. Ich war stolz auf meine Heimatstadt. Und ich verstehe gut, warum unser Bürgermeister Michael Ludwig zur Eröffnung persönlich angereist ist.





Der ägyptische Pavillon brachte mich zum Schmunzeln – und zum Nachdenken. Ein Spiel: Eine Oase sollte im Gleichgewicht gehalten werden, mit Würfeln, die man auf eine große Waage legte. Eine kindlich-poetische Metapher für unser zerbrechliches ökologisches Gleichgewicht.



Venedig zeigt sich als Ort der Kontraste und Möglichkeiten – und auch als Hüterin des Wissens: Die Stadt beherbergt, kaum zu glauben, mit über 6 Millionen Objekten die größte Sammlung aller Bibliotheken der Welt.



Im deutschen Pavillon schließlich: Hitze. Städte im Ausnahmezustand. Die Folgen des Klimawandels – eindrücklich dargestellt, ungeschönt, aber nicht hoffnungslos. Was Architektur leisten kann – und leisten muss.






Es gäbe noch weitere Pavillons, die zu erwähnen wären, der polnische, australische oder britische Pavillon. 

Begonnen und beendet habe ich diesen Tag, wie es sich für Venedig gehört: in der Bar Paradiso. Zwischen Espresso, Selekt-Spritz und vorbeiziehenden Gedanken. Wunderbar. Gabi und Otto fahren nach Hause und ich genieße einen Spaziergang durch Castello.

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